Donnerstag, 1. November 2007

Bücher sind Lebensmittel. Oktober.

Lesetechnisch ein magerer Monat. Das liegt natürlich an den beiden Konferenzen, für die ich allerlei anderes lesen musste, sodass für Freizeit-Lektüre nicht allzuviel Zeit blieb. Auch sind die ollen Sachbücher, denen ich ja verstärkte Aufmerksamkeit widmen wollte, eben nicht so fesselnd wie der neue Harry Potter...
Daher also nur zwei Bücher, beide Non-Fiction.

Zuerst von Anonyma, Eine Frau in Berlin. Ein Buch, das ich vor zwei Jahren schon geschenkt bekommen hatte, und vor dem ich mich bisher gedrückt hatte. Ein bißchen zu Recht, braucht es doch emotionale Stabilität seitens des Lesers, um mit dem Stoff - die Geschehnisse während der russischen Besetzung Berlins 1945 - fertig zu werden. Dennoch ist das Buch weder reißerisch, noch mitleidheischend - so sachlich, distanziert und analytisch wie unter den Umständen möglich schildert die Autorin ihre Erlebnisse. Unter die Haut geht die Szene des Wiedersehens mit ihrem Verlobten, der den Ausnahmezustand unter der russischen Besetzung, nicht nachvollziehen kann.

Dann, endlich, Schivelbusch's Kultur der Niederlage. Wie alles seine Bücher umfassend, , aufschlussreich und vor allem herrlich verständlich geschrieben, ohne dabei unwissenschaftlich zu werden. Wenn doch bloß mehr Akademiker so schreiben würden, dann wäre "populärwissenschaftlich" in Deutschland kein Schimpfwort...


Dieser Beitrag ist ein Update zu: Bücher sind Lebensmittel. September.

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