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Dienstag, 28. September 2010

PowerPoint ist tot - Es lebe Prezi? Einige Überlegungen für und wider.

Schon vor Wochen wurde ich auf das neue Präsentationstool Prezi aufmerksam gemacht - von verschiedenen Seiten, aber nach diesem Artikel auf artefakt habe ich mich auf der Website mal genauer umgeschaut und einen Probe-Account eröffnet. Wie bei fast allen neuen Web-2.0-Anwendungen erscheint allerdings der Jubel der Konvertierten Neu-Prezianer ein bisschen einseitig...




Natürlich: Prezi scheint ein gutes Tool zu sein.
Aber es gelten auch hier einige Einschränkungen. Die wichtigste ist -wie immer- der Anwender.
Wer schlechte PPP erstellt, der wird auch keine guten Prezis estellen.

Denn in jedem Fall gilt es, zuallererst folgende Frage zu beantworten:
-Was will ich meinem Publikum sagen?
erst dann kann ich fragen:
-Mit welchem Medium kann ich meine Aussage unterstützen?
und dann muss ich mir ganz ganz klar machen:
- eine gute Präsentation (egal mit welcher Software) schreibt man nicht "mal schnell zwischendurch"  in zwei Stunden...14 Tage sollte man schon kalkulieren (mit "Ruhephasen", selbstverständlich!)

Für mich als Kunsthistorikerin ist PPP nicht automatisch mit Schwefelgeruch umgeben -meine PP-Vorträge sehen ziemlich genau so aus, wie ich es in der Uni mit zwei Diaprojektoren  gelernt habe. Nur halt jetzt digital. Also Folien mit großen Bildern, oder Folien mit Bild und Detail eines Bildes. Powerpoint kann das, und Powerpoint kann das gut. Basta.

Außerdem nutze ich gerne die Notizenfunktion von PP, um bereits geschriebene Texte zu editieren. Das geht ungefähr so: 
1. Fertig ausformulierten Vortrag/Teilkapitel der Diss/Hausarbeit abspeichern
2. Einzelne Abschnitte in das Notizenfeld leerer Folien kopieren
3. Zum Text passende Folie gestalten
3.a) Schlussfolgerung/Hauptthese des Absatzes in den Titel tun. Dabei bemerken, ob die Hauptthese des Abschnittes bereits ausformuliert im Text ist, und warum eigentlich nicht?
3.b) Der Argumentation zugrundeliegende Bilder in die Folie packen. (In Kunstgeschichte liegen eigentlich immer Bilder zugrunde, deshalb ist das nicht so schwer). Überprüfen, ob man die gleichen Bilder im Abbildungsverzeichnis hat, bzw. im Text angegeben hat.
3.c) Alles was nicht mit der Folie zu tun hat, aus dem Text streichen (überflüssig) oder in eine neue Folie verschieben (neuen Absatz im Text anlegen.)
4. Anhand der Reihenfolge der Folien überprüfen, ob der Argumentationsaufbau im Text so sinnvoll ist, oder ob einzelne Argumentationsstränge verschoben werden müssen.
5. Alle Änderungen wieder in den Text übernehmen. Fertig.
Hat sich bei mir bewährt.

Nun bin ich, wie gesagt, als Kunsthysterikerin in einer sehr bequemen Position mit meinen PP-Folien, aber die erste Regel lautet eben: nützt die Folie meinem Publikum?
Visualisierung ist wichtig, aber PowerPoint ist kein Teleprompter. Warum also sollte ich meinem Publikum meine Vortragsnotizen zum Mitlesen zumuten, die ich mir doch viel besser ausdrucken kann - wer mitliest, hört nicht zu.
Und wenn das Publikum den Text wirklich braucht oder als Skript haben soll, kann ich die Notizen als Handzettel austeilen (oder einen eigens angefertigten Handzettel), und gut.

Heute erwarten die Studierenden, dass ihnen nach jeder Vorlesung sofort die Folien zur Verfügung gestellt werden. Das führt dazu, dass keiner der Studies mehr selbst mitschreibt, oder möglicherweise etwas falsches mitschreibt (ich denke hier natürlich hauptsächlich  an den universitären Kontext...) und dann hat er/sie wahrscheinlich nur wenig davon - wer mal versucht hat, den Inhalt einer PPP zu verstehen, ohne den Vortrag gehört zu haben (Stichwort PowerPoint-Karaoke), der weiß, was ich meine. Und was ist mit den schön-altmodischen Vorträgen, in denen es erst gar keine Medienunterstützung gibt? A***karte in gold!

Andererseits wird auch von den Studierenden erwartet, dass sie ihre Referate mit Medienunterstützung präsentieren. PPP haben sich hier zum Standard gemausert. Davon abgesehen, dass die intelligente Nutzung von PP den Großteil der Referate schon sehr viel erträglicher machen würde, könnte Prezi hier eine echte Bereicherung sein.

Prezi funktioniert wie eine große, digitale Tafel. Man kann sich darauf Notizen machen, Bilder oder Videos hinzufügen, und vor allen Dingen hinein und wieder herauszoomen. Eine Skalierung von wichtigen und unwichtigen Punkten erfolgt daher einfach und intuitiv durch unterschiedliche Größenverhältnisse.
Natürlich kann man auch hier vieles falsch machen - auf die Gefahr von Seekrankheit und Schwindelgefühl durch zuviel/unmotiviertes Zoomen weisen schon die Prezi-Leute in ihren Tutorials hin.

Ich bin auch nicht ganz überzeugt davon, dass man Prezi - in der Freeware - nur online nutzen kann... aber wahrscheinlich hat heute ohnehin jeder (potentielle Nutzer) eine Flatrate.
Immerhin gibt es ohne Umstände eine Studenten/Lehrendenversion, die es erlaubt, zusätzliche Features kostenlos zu nutzen. Und Prezi ist neu, und lebt daher noch von der Mund-zu-Mund-Propaganda...

Meines Erachtens ist Prezi gut für Präsentationen, die
a) textlastig wären (in PowerPoint hauptsächlich aus Bulletpoints bestünden)
b) auch ohne Erzähler funktionieren müssen (z. B. statt einer Posterpräsentation)
c) wenn man noch keinen ausformulierten Text hat, der zum Referat gekürzt werden soll, sondern umgekehrt erst einige Stichpunkte gesammelt werden, die zum Referat ausgebaut werden sollen...

Prezi ist m. E. super geeignet, Mindmap-Strukuren mit einem Erzählstrang zu versehen.
Leider bin ich nicht gut mit Mindmaps. Ich glaube auch nicht, dass ich mich noch umgewöhnen kann.
Aber wir arbeiten alle unterschiedlich.

Links:
www.prezi.com
http://www.artefakt-sz.net/allerart/warum-eigentlich-immer-powerpoint
http://prezi.com/wwmfvms6dno-/death-of-powerpoint-prometisdesigncom/
http://de.wikipedia.org/wiki/Powerpoint-Karaoke

Dienstag, 2. März 2010

Vom Kochen, Essen und Fernsehen.

Mein allerliebstes Kochbuch wurde mir von einer amerikanischen Freundin vererbt, als sie  zurück nach New York ging. Ungewöhnlich für ein Kochbuch: es hat sehr wenig Bilder und sehr viel Text. Ungewöhnlich für meinen Umgang mit Kochbüchern: ich habe es von Seite i der Einleitung bis zum Index durchgelesen. Mit wachsender Freude und teils ebenso wachsendem Unglauben: in jedem der nach Mahlzeiten aufgezählten Teile  (außer Nachtisch) schien bspw. Brathuhn vorzukommen. Jedes Rezept schien außerdem anzufangen mit "braten Sie etwas Butter in Öl an"... und verlangte Gewürze, die ich namentlich so noch nie gehört hatte - mein englischer Wortschatz hat sich sehr erweitert dabei. Und was ist eigentlich ein Trifle?

Stellt sich heraus, die meisten Rezepte oder Zutaten waren gar nicht sooo exotisch. Die Zubereitung und die Portionsgrößen (braten Sie einen halben Ochsen) kann man scheinbar mit erstaunlicher Leichtigkeit nebenher  bewältigen (rühren Sie das um, noch bevor Sie den Mantel ausgezogen haben) und alles zusammen passte nicht zu dem Foto der unglaublich schönen, sehr schlanken Köchin/Autorin.
Ich spreche natürlich von Nigella Lawson's Klassiker "How to Eat".
 Die Kernaussage dieses fantastischen Buches, und die Erklärung für den Titel, ist folgende: zu wenige Menschen heute können kochen, und zwar, weil sie nicht mehr lernen, wie man "normal" zu Hause "normale" Mahlzeiten zu sich nimmt. Unabhängig davon, welche Mahlzeiten das wären (Spaghetti oder Curry, "meat and two veg" oder Reis mit 8 Köstlichkeiten) - zu viele Menschen lernen das Essen in Restaurants.
Und dann gehen sie (vielleicht) nach Hause, und versuchen diese Köstlichkeiten dort im Alltag nachzukochen.

Ich weiss, dass das stimmt, denn ich habe einen sehr engen Freund, der von sich selbst genau das sagt: er könne (und kann wirklich!) sehr gut kochen, solange er ein genaues Rezept habe und ein bestimmtes Gericht kochen wolle. Was er nicht könne, und worum er mich beneide, sei die Fähigkeit, Essen zu machen.
Damit meint er: den Kühlschrank aufmachen und mit dem Vorhandenen (besser noch: mit Resten) Mahlzeiten zu produzieren.  Oder über den Markt zu gehen und sich von den Lebensmitteln inspirieren zu lassen... bis zu einem gewissen Grad kann ich das tatsächlich - genau so habe ich es zu Hause von meiner Mutter gelernt.
Der Nachteil liegt meiner Meinung nach auf der Hand: keins meiner Gerichte schmeckt zweimal gleich (weil man ja immer irgendwas durch irgendwas anderes ersetzt), und ich kann keinem Rezept folgen, weshalb ich wiederum besagten Freund beneide.
Und genau hier liegt Nigella's Diagnose zum miserablen Zustand der (englischen) Küche: die Leute können, so glaubt sie, nicht mehr normal essen, weil sie es so selten tun.

Mal abgesehen davon, dass England eigentlich nicht berühmt ist für seine Küche, so ist es doch in den letzten Jahren sehr bekannt für seine Köche. Am erfolgreichsten ist sicherlich Jamie Oliver, und interessanterweise vertritt er einen ganz ähnlichen Standpunkt - oder wie sonst erklärt man sich seine Kampagnen, Leute zu einer gesünderen, frischeren Ernährung zu erziehen? (z. B. "Ministry of Food"/Jamies Kochschule)
Ich bewundere Jamie Oliver dafür, dass er von Anfang an seine Popularität genutzt hat, um soziale Projekte anzustoßen. Natürlich ist er ein Geschäftsmann, der an Büchern, Fernsehshows, Restaurants und Küchen-Schnickschnack verdient - das ist ok, das ist sein Job, und weiß Gott! das Durchschnittseinkommen von Köchen ist viel zu niedrig! Aber zugleich bildet er Jugendliche aus, die sonst keine Chance hätten, und gibt Ihnen Arbeit und eine Perspektive; er arbeitet gegen Massentierhaltung (ich sag nur: Jamies Hühnerhölle!) und er arbeitet für eine Verbesserung der täglichen Ernährung der Bevölkerung - in Großbritannien, und jetzt auch in den USA.
Dafür hat er jetzt den TED Prize bekommen (Analyse: hier) und bei der Preisverleihung eine flammende Rede gehalten.
Die drei Haupttodesursachen in den USA seien nicht Gewalt, Drogen oder Mord, sondern Herzkrankheiten, Krebs, Schlaganfall, mit Diabetes auf Platz 6 (Video Min. 2.21)- also vor allem ernährungsbedingte Krankheiten, die den Steuerzahler und das Gesundheitssystem ein Vermögen kosten. Wenn er nun ein Arzt wäre, so Jamie, der ein Mittel gegen Krebs oder AIDS gefunden hätte - die Leute würden ihm die Tür einrennen. Aber er ist nur ein Koch, und obwohl eine gesündere Ernährung kein Hexenwerk wäre, trifft er (überall) auf erbitterten Widerstand (Ausschnitte aus seinen Fernsehsendungen belegen das).
(Das ist natürlich ein soziales Problem: traditionell konnten sich nur reiche Leute/Oberschicht ungesundes Essen wie Weißbrot oder Zucker leisten. Heute ist es eher umgekehrt, aber an dem mühsam erarbeiteten Recht, sich ungesund zu ernähren, hält man erbittert fest. Class ist neben race und gender eben doch noch eine wichtige analytische Kategorie, auch wenn wir Nach-68er dazu erzogen wurden, die Existenz verschiedener "Klassen" oder "Schichten"  zu ignorieren oder gar zu leugnen... Aber was sonst ist denn die Polemik gegen Hartz IV und Langzeitarbeitslose, Banker/Unternehmer und "die da oben", "Bürger/Kinder mit Migrationshintergrund" und "bildungsnahe Haushalte" anderes als eine Fortsetzung der Diskussion mit anderen Begriffen - nur schwieriger, weil man das Vokabular nicht nutzen darf/will? Aber das ist eine andere Debatte, für einen anderen Blogpost.)

Das ist überraschend, denn es sind nicht die Lebensmittelproduzenten, es sind die Verbraucher selbst die darauf bestehen, dass Pizza zum Frühstück gut für die Kinder sei. Die Kinder selbst können nicht einmal Tomaten von Kartoffeln unterscheiden...
 Na, seht selbst (Achtung: lang!)

 

Ich will glauben, das seien Extrembeispiele aus dem Ausland, und in Deutschland sei das alles besser. Aber auch in Deutschland glauben Kinder, braune Kühe geben Kakao, und können mit verbundenen Augen Äpfel nicht von Birnen unterschmecken. Und das europäische Projekt "kostenloses Schulobst" ist grandios gescheitert.
In meinem Freundeskreis sind viele Leute, die nicht kochen können, oder selbst sehr einfache Gerichte (allerlei Nudelgerichte) nur mit Hilfe von Tüten und Dosen und Anleitungen aus dem Internet fertigstellen können. Es interessiert sie aber auch gar nicht. Sie schmecken nicht die Unterschiede zwischen Ei und Bio-Ei, Treibhaustomate und sonnengereifter Tomate, Chicken-Nuggets und Hühnerbein. Sie schmecken den Unterschied nicht, und im Zweifel ziehen sie den erlernten Geschmack von Dosenananas oder die gewohnten Farbstoffe im Erdbeereis vor.

Das Fernsehen sendet täglich Kochsendungen, aber das sind alles Gourmetgerichte von Sterneköchen (oder entsprechend ambitionierten Hobbyköchen), kein alltägliches Essen.
Es geht nie darum, mit einem knappen Budget eine Familie gesund und abwechslungsreich  zu ernähren. Dabei ist das viel schwieriger. Denn obwohl die Lebensmittelpreise in Deutschland die niedrigsten in Europa sind (wohlgemerkt: auch die Qualität ist oft miserabel, aber das interessiert kaum), ist es viel teuerer, sich gesund (= frisches Gemüse, abwechslungsreich zubereitet, saisonal, non-processed) zu ernähren. Zumal wenn man nicht kochen kann. (Wenn man es kann, und wenn man viel Zeit hat,und in großen Portionen arbeitet, ist es natürlich viel billiger...)
Mancheml glaube ich, meine Geschwister und ich sind ziemliche Ausnahmen mit unserer Freude am Zubereiten und Einnehmen von gemeinsamen Mahlzeiten. Wir reden gerne und viel über Essen, "normales" Essen ohne Schäumchen und Trüffel, nicht an Toast sondern auf Tellern - abwechslungsreich und experimentierfreudig, aber mit "klassischer Hausmannskost" als Basis.

Dann wiederum: so viele Foodblogs (z. B. hier). So viele Mitglieder bei www.chefkoch.de...
Trotzdem wünschte ich, auch in Deutschland gäbe es einen Jamie Oliver. Oder Sarah Wiener hätte mehr Erfolg. und Aufmerksamkeit.

Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nigella_Lawson
http://www.amazon.de/How-Eat-Pleasures-Principles-Cookery/dp/0701169117/ref=sr_1_11?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1267526985&sr=1-11
http://de.wikipedia.org/wiki/Jamie_Oliver
http://www.jamieoliver.com/
http://www.amazon.de/Jamies-Kochschule-Jeder-kann-kochen/dp/3831013225/ref=sr_1_5?ie=UTF8&s=books&qid=1267531328&sr=8-5
http://www.rtl2.de/16402.html
http://www.theeuropean.de/2299-jamie-oliver/2503-jamie-oliver-auf-der-ted-2010
http://www.youtube.com/watch?v=jIwrV5e6fMY
http://www.tagesschau.de/inland/bundesrat178.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Wiener#Engagement
http://www.amazon.de/Von-Kakaok%C3%BChen-R%C3%BClpsbakterien-Lebensmittel-Machbuch/dp/3897773260/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1267534848&sr=8-1

Montag, 21. September 2009

Ab ins Moor.

Gestern haben wir unter dem Motto "Qualitätszeit tut not" einen schönen Tagesausflug nach Worpswede gemacht, um mal nach Heinrich Vogeler zu sehen. Ich war seit mehreren Jahren nicht mehr dort. Und da ich ja irgendwann mal beinahe meine Diss zum Thema "Künstlerdörfer in Europa" geschrieben hätte, dachte ich, das damals beim Exposé schreiben erworbenen Halbwissen mal dem Praxistest auszusetzen. Leider hatte ja Nina Lübbren "meine" Diss schon selber geschrieben und justamente veröffentlicht, und noch dazu wahrscheinlich besser, als ich es je gekonnt hätte - ihr Werk gehört jedenfalls zu meinen Lieblings-Sachbüchern überhaupt und kann an dieser Stelle mal wieder nur empfohlen werden.
Zuerst sind wir also mit dem Moor-Express aufs Land gefahren.
Den Vogeler-Bahnhof inklusive "Erst- und Zweitklassigem" Restaurant und "Drittklassiger" Kneipe bewundert.
Zum Niedersachsenstein gelaufen.
Picknick.
Zum Barkenhoff gelaufen. Heinrich Vogeler hatte schon ein spannendes Leben, dessen Konsequenz mich beeindruckt - aber auch sehr traurig, wenn man sich überlegt, wie er an seinen eigenen romantisch-utopischen Träumen scheitert, und das mehrfach...
Auf der Suche nach Kaffee noch ein Abstecher zum Haus im Schluh, dann angemessen Tee und Zwetschgenkuchen im Café Worpswede.
Bei der Rückfahrt mit dem Linienbus war ich eine sehr zufriedene Tagestouristin.
Nächstes Mal gehen wir dann auch "richtig" ins Museum, zu Herrn Modersohn, Hans am Ende und all den Anderen - aber dafür braucht man ja das schöne Spätsommerwetter nicht!

Links:
http://www.worpswede.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Vogeler
http://wikimapia.org/6461226/de/Niedersachsenstein
http://de.wikipedia.org/wiki/Barkenhoff#Barkenhoff
http://de.wikipedia.org/wiki/Haus_im_Schluh#Haus_im_Schluh
http://de.wikipedia.org/wiki/Worpswede#Kaffee_Worpswede

Dieser Beitrag erinnert an Mythische Tiere: die Heidschnucke

Montag, 24. August 2009

Was besseres als hier...

... finden wir überall!

Und deshalb sind wir jetzt dort - nee, hier.
Man darf gespannt sein...



Dieser Beitrag wiederholt den Post schon fast da vom letzten Jahr.
Und ja, hurra! Wir sind wieder online... nun wird alles gut.

Donnerstag, 13. August 2009

Offline wegen Umzug.

Zwei Umzugswochenenden später:
60 Kartons, plus Kleinkram, plus Möbel... Allein 5 (oder waren es 8?) Tische für zwei Zimmer auf knapp 70 qm: 2 Küchentische, 1 Esstisch, 2 Schreibtische, 3 Beistelltische - da muss noch etwas weichen. 4 und ein kleines Billy 80, 2 Billy 60, ein Billy 40 (immerhin alle in weiß!) lassen sich bei geschätzten 50 Bücherkisten sicher gut einsetzen. Aber 2 Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher, Stereoanlagen? Braucht kein Mensch. Von "allgemeinem Hausrat" - Teller, Tassen, Besteck, Gläser, Töpfe, Pfannen etc wollen wir gar nicht sprechen. Hier wird wohl noch um einiges gerungen werden müssen. Naja, ich brauche wohl niemandem die "Herausforderungen" zweier Haushaltszusammenführungen zu schildern...
Da wir keine Telefondose entdeckt haben, kann es jedenfalls noch eine Weile dauern, bis wieder ein regelmäßiges Bloggen möglich ist.
Dann gibts aber auch wieder Fotos.

Und auch dieses Thema ist nicht neu, wie dieser letztjährige Post zeigt: Möbeldiät
Nur umgekehrt halt...

Dienstag, 28. Juli 2009

Schon wieder Kisten packen...

... langsam reicht's. Der kommende ist der dritte Umzug innerhalb von anderthalb Jahren. Langsam gibt es auch nichts mehr auszumisten: dreimal Umziehen ist wie einmal Abbrennen, heißt es nicht zu unrecht. Allerdings wird der Umzug in zwei Phasen laufen, und da ich hier noch bis Ende September wohnen bleiben kann, gleichzeitig ab 1. August schrittweise ausziehe, hoffe ich, dass diesmal alles etwas entspannter wird...
Und ich dann erstmal eine Weile bleiben kann, wo ich bin! Und sein will - auch wenn die zukünftige 150km-Pendelei-mit-anderthalb-Wohnsitzen für Außenstehende nicht nach Verbesserung klingen mag. Immerhin schon 4 von 7 möglichen Wochentagen mit dem Liebsten zusammenzuziehen scheint mir die Mühe wert zu sein!

Dieser Beitrag greift dieses Thema wieder auf: Umzug vollzogen und Eingelagert. Sofakultur

Grafik (nützlich) von hier:
http://www.umzug.info/umzugsgrafik.html
Vier von den dort erwähnten Punkten sind ja auch schon erledigt...

Dienstag, 23. Juni 2009

Aufgehübscht. Dieser Blog und auch das Paleis op de Dam, Amsterdam

Gestern abend habe ich in einem Anfall von Krise-Übersprungshandlung-Ablenkung-und-Beschäftigungstherapie die Blogroll zur Rechten ein bisschen aufgehübscht. Immerhin kann man sich ja inzwischen den RSS-Feed direkt anzeigen lassen. Praktisch, wenn man nicht immer alle Lesezeichen durchsuchen will.

Wer weiter gehen will als ich und sich mit eigenen Icons von der Blogspot-Blogger-Masse abheben möchte, kann ja mal hier gucken: http://www.icon-blog.de/
Aber soooooo gelangweilt/gestresst/bekrist bin ich denn noch nicht, dass ich mir richtig Arbeit machen würde... Schlimm genug, dass nächste Woche (endlich) die Steuererklärung ansteht!

Zuletzt habe ich mich metatextlich übers Bloggen geäußert, glaube ich, hier: (Berliner) Blogger

Außerdem wieder hübsch gemacht: das Paleis op de Dam in Amsterdam, ehemaliges Rathaus, dann Palast von Napoleon sein Bruder Ludwig zu seiner Zeit als König der Niederlande. Ein Freund von mir hat die Freude und Ehre, an der Renovierung/Restaurierung mitzuwirken, u.a. indem er sich mit anderen ExpertInnen über die richtigen Tapeten streitet oder darüber, welche Uhr nun aufs Kaminsims gehört... Für Interessierte an Denkmalschutzfragen verspricht die zu erwartende Dokumentation viel Spannendes. Bis dahin kann man schon mal einen kleinen Bericht sehen, den das Holländische Fernsehen letzte Woche ausgestrahlt hat. Wer also eine halbe Stunde holländisches Kulturfernsehen ertragen kann und will (u. a. über eine geplane Rembrandt-Ausstellung), ab Minute 29 folgt der Bericht über den Palast...
Avro kunstuur vom 13. Juni 2009:
http://www.nederland2.nl/uitzendinggemist/programma/avro-kunstuur/4166/9704571

Get Microsoft Silverlight

oder



weitere Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Paleis_op_de_Dam
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Napoleon?title=Ludwig_Napoleon&redirect=no

Sonntag, 7. Juni 2009

Bremen. Ein Schrittchen weiter. Künstler (noch) gesucht.

Bremen Hauptbahnhof. 1889. Eingangshalle. Architekt: Hubert Stier

In Bremen handelte man früher gerne mit Tabak. Das mag sich nicht geändert haben, aber seitdem häßliche Aufkleber auf den Packungen EU-weit Pflicht sind, ist diese Tatsache wohl eher verpönt und man gibt nicht mehr damit an.
Das war früher anders, wie dieses wunderbare Kachelmosaik zeigt. Dankenswerterweise habe ich heute wertvolle Hinweise zu den Umständen erstanden, die zu diesem Bauschmuck geführt haben.
1. Anbringungsdatum: 1957
2. Herstellerfirma: Steingutfabrik Grünstadt, Pfalz
3. Renovierung 1998-2001

Der Tabakhandel in Bremen. Kachelmosaik gesponsert von der Martin Brinkmann AG

Wen jemand mir auch noch den Künstler nennen könnte, wäre ich eine glückliche Doktorandin... oder muß ich das etwa selbst erforschen?!

Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bremen_Hauptbahnhof
http://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Stier
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:BremenHauptbahnhof-Mosaik-03b.jpg&filetimestamp=20081011100028 http://www.porcelainmarksandmore.com/0pages/list-b.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Brinkmann_AG

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit völlig anderen Aspekten meiner Diss als der Beitrag Neue Köpfe. Neue Welten

Sonntag, 5. April 2009

New York. Ein bisschen Reiselust.


The Lost Tribes of New York City from Carolyn London on Vimeo.

Ich bin bekannt dafür, dass ich nicht gerne verreise. Stundenlang in Zügen sitzen? Auf Flughäfen herumhängen? Schlechtes Essen, Aircondition, Reisekrankheit? Nichts für mich.
Andererseits bin ich sehr gerne ab und zu mal woanders. Es gibt so viele interessante Orte auf der Welt - wenn man nur nicht immer erst hinfahren müsste... Zum Beispiel New York. Und jetzt im Frühling -so kenne ich die Stadt noch nicht, war ja nur im Herbst/Winter da...

Link
http://vimeo.com/2860274
via
http://www.cuzproduces.com/2009/04/05/the-lost-tribes-of-nyc/

Dieser Beitrag ergänzt Meinungen über das Reisen aus Die Freuden des Fliegens. Spießiges Silvester.

Freitag, 27. Februar 2009

Südafrika on my mind.

Jan geht weltwärts.
Heute hat er sein WG-Zimmer geräumt, um ein Jahr in Südafrika zu verbringen.
Da ich seit einem halben Jahr an meinem Johannesburg-Kapitel herumschreibe, passt das natürlich mal wieder wie die Faust aufs Auge: Vielleicht kann er vor Ort herausfinden, was aus der Park Station von 1932 geworden ist? In Südafrika gibt es nämlich offenbar noch kein Web 2.0, Informationen sind auf dem heute üblichen Weg (google etc) nicht zu bekommen. Die Rupert-und-Hester-Art-Collection (wo Pierneef's Station Panels heute sind) ist über E-Mail nicht kontaktierbar. Leider antworten sie auch nicht auf "richtige" Briefe. Oder gehen ans Telefon - dabei sind wir doch sogar in der gleichen Zeitzone!
Jakob Hendrik Pierneef: Okahandja, S.W.A. (ca. 1930)

So bleibt eine meine wichtigsten Informationsquellen dieser und dieser Blogeintrag und dieses Video - das ist wohl kaum zitierfähig!




X$%&/!!!
wie Asterix sagen würde.
Aber Asterix gewinnt immer, und ich werde auch einen Weg finden.
Irgendwann.
Bis dahin lese ich weiter Herrn Thompson, und versuche mich davon nicht allzusehr niederziehen zu lassen: So ein schönes Land! Und so eine kaputte Politik! Und das schon seit 1652, und, wie es aussieht, mit nur wenig Besserung. Seit dem Ende der Apartheid funktionieren eben ganz einfach andere Dinge nicht optimal...
Lieber Jan: Gute Reise! Bleib gesund, komm gut wieder, und vergiss nicht: regelmäßig bloggen, damit wir wissen, wie es dir geht!

Links:
http://jangehtweltwaerts.blogspot.com/
http://jangehtweltwaerts.blogspot.com/2009/02/auszug-und-blogtipp.html
http://www.gbu.co.za/trees/jacobhendrikpierneef.htm
http://www.virtualtourist.com/travel/Africa/South_Africa/Graaff_Reinet-2223524/Things_To_Do-Graaff_Reinet-BR-1.htmlhttp://arty-fartying-around.blogspot.com/2007/06/ok-were-off-to-graaff-reinet-at-last.html
http://www.youtube.com/watch?v=mwPyiUJFLnA
http://www.knowledgeworks.co.za/Archives/ParkStationArticle.pdf
http://www.amazon.de/History-South-Africa-Yale-Nota/dp/0300087764/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1235771760&sr=8-1
und
http://www.southafrica-infoweb.com/staedte/graaf_reinet.shtm

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Karl der Große - Verschwunden.

Montag, 16. Februar 2009

Eingelagert. Sofakultur

Schon wieder ein Umzug erledigt.
Ja, es hätte schlimmer sein können.
Es hätte -schon wieder - mein Umzug sein können.
Aber noch läuft mein Mietvertrag, noch habe ich etwa zwei Monate Zeit.

Vielmehr war es ein Umzug, ja Auszug, in Berlin. Auch waren sechs kräftige Männer zum Helfen da, die die vier Stockwerke zwischen sich gut aufgeteilt haben, so dass ich mich darauf beschränken konnte, Kisten aus der Wohnung zu tragen ud auf dem obersten Treppenabsatz abzustellen.
Und schlussendlich ging alles "nur" in ein Lager, luxuriös ausgestattet mit Aufzügen und zahllosen Transportwagen.
Dennoch wäre es mir lieber gewesen, genau diese Sachen alle nicht einzulagern, sondern damit eine andere Wohnung zu möblieren. Nun ja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.


Zum Trost habe ich mein Sofa heimgeholt, das Sofa, das ich in jener Berliner Wohnung eingelagert hatte.
Und jetzt- oh Luxus, oh Gemütlichkeit!
Hier lässt es sich lesen, arbeiten, Tee trinken... mir war gar nicht klar, wie zivilisiert so ein Sofa sein kann!

Dieser Beitrag enthält Referenzen zu: Umzug vollzogen

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Baskische Weihnachtsbräuche

Über Weihnachten eine Woche nach Spanien, das hat mir viel Neid eingetragen. Was die Neider nicht bedacht, und ich nicht ordentlich erklärt hatte: Technisch ist San Sebastian ja gar nicht Spanien. Sondern Baskenland. Und die Lage am Atlantik, statt dem stets automatisch assozierten Mittelmeer, führt nun auch nicht gerade zu Gelüsten, sich unentwegt nur am Strand aufzuhalten... zumindest nicht bei mir.

Zwar genieße ich sofort und ohne Reue auch im Winter lange Spaziergänge am Meer, betrachte die Wellen und freunde mich mit Möwen an - nicht ohne mit selbst mich ermüdender Vorhersagbarkeit Morgensterns "Möwenlied" zu zitieren. Anders als die meisten Einheimischen (inklusive diverser zugezogener Wirtschaftsflüchtlinge aus meiner näheren Verwandtschaft) zähle ich aber nicht automatisch die Perioden, berechne Ebbe oder Flut oder den Abstand zwischen Wellenkamm und Wellental. Noch weniger schmeiße ich mich bei knapp 3°C in einen Neopren-Anzug, klemme mir ein Long- oder sonstiges Board unter den Arm, und trabe die knapp 100 m hinunter zur Concha, dem kleineren der beiden Badestrände in SanSeb, um eine Runde zu surfen... Aber da war ich wohl die Einzige.

Für mich war es viel spannender, und zugleich genauso pittoresk, mir die Parade anzuschauen, mit der der Olentzero, samt Schafherde, "Ochsenkarren" (es gab Ochsen, aber das Ding war motorisiert) und mit Geschenken bepackten Eseln* durch die Stadt zog.



Der Höhepunkt des Ganzen bestand darin, ähnlich wie Macy's Santa Claus in New York, dass der Olentzero auf einer Bühne saß und vom Fernsehen live verfolgt die Wunschzettel der baskischen Kinder entgegen nahm.

Das Tragen baskischer Tracht war dabei offenbar nicht unbedingt Pflicht, aber das hat weder Alt noch Jung gestört - mystische Bräuche, Geschenke UND Verkleiden: Das sind drei Dinge auf einmal! Und natürlich geht das! Und Spaß hat es gemacht. Ist es nicht schön, dass man mitten in Europa noch so viel Exotik erleben kann?
Danke nochmals, liebe Auswanderer!



*Die tanzenden Weihnachtsbäume werde ich verschweigen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Baskenland
http://en.wikipedia.org/wiki/Olentzero
http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Morgenstern
http://www.gedichte.vu/?moewenlied.html
http://www.macysbelieve.com/

Mittwoch, 16. April 2008

Mittwoch, 9. April 2008

schon fast da

so langsam wird das alles was. Ein Schild kommt an die Klingel und den Briefkasten. Fehlen nur die Möbel. Samstag, hoffentlich.
Bin auch schon gemeldet. Noch nie waren Sachbearbeiterinnen so freundlich wie auf dem Bürgeramt in Lüneburg! Die Kollegen sind auch alle so nett.
Wenn nicht bald alles gut wird, so sieht es doch so aus als ob vieles besser würde...

Dienstag, 11. Dezember 2007

Die Spielregeln. 1:0 für Luhmann.

Als ich das erste Mal in Amerika war, hat man uns Austauschstudentinnen sofort zu einem Seminar über Date Rape eingeladen. Cool, haben wir gedacht, hier am College können wir viel mehr lernen als gedacht. Die Austauschjungs wollten auch mit, durften aber nicht. Klar war bald, es gibt Regeln für alles: nach dem ersten Date muss ein Kuss erfolgen, sonst gibt es kein zweites, spätestens beim dritten Date muss etwas passieren, sonst war's keins, und ohne vorher zu fragen darf man niemandem in die Augen schauen. Oder ein Kompliment machen. Fahrstuhl fahren zu zweit sollte man tunlichst auch unterlassen. Für uns Austauschstudenten hilfreiche Tipps - da hat man was in der Hand, woran man sich halten kann, und interkulturelle Probleme treten gar nicht erst auf. Aber befremdlich war es schon.
Hier in Deutschland ist das alles ja doch auch immer noch viel schwieriger. (Noch, denn laut Spiegel online ist demnächst illegal, auch nur den Mittelteil der Bravo zu lesen...) In mühsamer Feld-, Wald- und Wiesenforschung beobachtet man hier das Werbeverhalten von Freunden und Fremden, gleicht es ab mit den im Fernsehen projizierten Idealtypen und unterfüttert die Ergebnisse mit einschlägigen Referenzen aus der Literaturgeschichte. Nur um dann festzustellen, dass Niklas Luhmann wahrscheinlich recht hatte und alles jedes immer wieder und wieder neu ausgehandelt werden muss. Warum schreibt hier, im Land der Dichter, Denker und Gesetzestexter, niemand ein Regelbuch, so wie es der Brite Neil Strauss (mehrfach!) getan hat? Das könnten dann auch Frauen lesen, den Feind verstehen heißt sich wehren können! Ein Auszug:
"Day 1 [...] Don't worry about being a total loser. [...] Women want to be fooled into thinking you're not a jerk, every bit as much as you need them to believe it.
Day 8 Now that you've had a shower, bought some clothes that hide your excessive sweating and practised talking to shop mannequins without staring at their breasts, it's time to try out your skills on a real live woman. Your goal today is to say "hello" to five different women without getting arrested.
Day 17 [...] there is no such thing as rejection. Only feedback. In your case, almost certainly negative feedback. Bear in mind that women are very shallow and are only attracted to status. So rather than telling them you're unemployed, it's much better to pretend that you are a Premiership footballer. [...]
Day 24 Now that you have lied your way to getting a woman's telephone number, you need [...] to differentiate yourself a little more by establishing some kind of empathic rapport through your compelling conversation. This is not quite as difficult for sociopaths as it might sound. All you need is to read a copy of Cosmopolitan and ask feminine questions, such as, "When are you next having your moustache waxed?"
Day 30 [...] Now get her as pissed as possible, but be prepared to reframe the situation when she tells you to "get your hands off me, you filthy perv". What this actually means is that she wants you to snog her and tell her you love her. Once you've done this, you are free to grab her arse again."
Aha!
Wieder was gelernt.
Nur gut, dass ich studiert habe und offen intellektuell sein darf, denn wenn es nach mir geht, dann doch lieber Luhmann: "Verstehende Liebe ist kognitiv so strapaziös, dass es nahe liegt, sich ans Gefühl zu halten und dessen Instabilität in Kauf zu nehmen." Ja, nee, klar. Genau.

Zum Glück sehen das ja die wirklich wichtigen Leute auch alle so...

Dienstag, 23. Oktober 2007

Schon wieder fort.


Holland ruft. Die letzte Konferenz des Jahres. Bloggen diesmal eher unwahrscheinlich. Hoffentlich bestreikt mich die Bahn nicht allzusehr...

Donnerstag, 11. Oktober 2007

American Art Historians in Munich

Kurzer Konferenzbericht.
Organisation: super.
Teilnehmer: nett.
Vorträge: durchwachsen.

Offenbar sind die Amerikanisten doch um einiges konservativer als ich das gedacht hätte. Immerhin drehte sich - in meinen Augen - die ganze Veranstaltung darum aufzuzeigen, welche Einflüsse amerikanische Künstler aus Berlin/Europa mitbrachten, welche sie aus der Heimat nach Europa importierten, und welche Einflüsse die deutschen/europäischen Einwanderer in die USA brachten -- künstlerische-kulturelle Wechselwirkungen halt.
Dazu muss man aber deutlich darüber sprechen, an welchen Punkten der Künstlerbiographie solch ein Austausch möglich war. Und dazu wiederrum kann man eben nicht darauf beharren, dass ein Architekt oder Künstler "Amerikaner" ist, nur weil er eingebürgert wurde. "Marcel Duchamp, American Artist, born in France"? Das verschleiert seine gesamte kulturelle Prägung. Amerika ist ein Einwandererland, und diese Einwanderer können Amerikaner werden und trotzdem ihre Wurzeln behalten. (Dies gilt natürlich auch für andere Nationen...)
Angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte der Vorträge zwar informativ (weil für mich neu) waren, aber einen nicht besonders aufregenden biographischen Ansatz pflegten, fragt man sich, was denn aus diesen Biographien gelernt werden soll?
Naja. Es gab ja auch die anderen. Nützlich war's allemal.
Dieser Eintrag ist ein Update zu: American Artists in Munich...

Montag, 8. Oktober 2007

American Artists in Munich...

...heisst die Konferenz, zu der ich als nächstes fahre. Morgen nämlich. Bin gespannt. Muss aber vorher noch gefühlte 7 Minuten aus meiner Präsentation herauskürzen - Gemein! Schließlich ist ALLES wichtig, nicht wahr?

Nicht wahr. Muss mich immer daran erinnern, was eine Freundin, die beim Fernsehen arbeitet, mir einmal gesagt hat: man kann verdammt viel Information in 90 Sekunden packen... Und ich habe sogar 30 Minuten. Also ran an die Schere. In der Kürze liegt die Würze...

Komme Sonntag erst wieder. Ob ich zwischendurch bloggen kann, ist ungewiss.

Sonntag, 23. September 2007

Nee, watt schön! Traumhochzeit in Salzburg

Tralala! Ich bin zurück, und wie war es schön - mir fehlen fast die Worte!
Ich will es aber - so verlangt es das Medium "Blog" - doch einmal versuchen:

Kurz zusammengefasst - die Braut war wunderschön, ganz klassisch in weiß, mit einer ewig langen Schleppe. Beide Brautleute sahen angemessen glücklich aus, und strahlten mit der Sonne um die Wette. Schloss Leopoldskron, im Alltag Heimat des Salzburg Seminars, bildete die perfekte Kulisse für Empfang, Fotos und Fest -kurzum, es war alles gelungen!

Nach der standesamtlichen Hochzeit vor zwei Wochen in Holland sollte die kirchliche Trauung nach vollem katholischen Ritus in Salzburg, Heimat der Brautmutter stattfinden. Die Kirche war gut gefüllt mit wahlweise bedirndlten oder kostümierten, wohlbehüteten Damen, sowie entsprechend befrackten Herren, und Kinder in Lederhosen tollten herum, ohne die Messe großartig zu stören. Ein Freund der Familie, seines Zeichens ein spätberufener katholischer Priester, sollte die Trauung vollziehen. Da nun allerdings die Festgemeinde wohl zusammengemischt war aus rechtgläubigen Katholiken, deutschen Protestanten und Holländisch-Reformierten, sowie einem guten Anteil zeitgemäß zu erwartender Kirchenkarteileichen und Agnostiker, vollzog sich die Messe leider manchmal wackelig. Stehen, sitzen, knieen - selbst der Priester schien mit der Liturgie durcheinander zu geraten, und wartete auf Musik, während er eigentlich den Trausegen geben sollte. Aufmerksame Beobachter meinen entdeckt zu haben, dass die Ehe nicht offiziell geschlossen worden sei, weil ein Teil des Ritus vergessen wurde - doch sind dies Details, die wir dem frischgetrauten Paare lieber vorenthalten wollen. Nach anderthalb Stunden Brautmesse möchte der protestantische Bräutigam sicherlich nicht erfahren, dass alles umsonst war!

Ich selbst war einfach nur erleichtert, dass das Wetter mitgespielt hat, und ich in meinem himmelblauen Sommerfähnchen genau richtig gekleidet war - andere Damen hatten einer frühherbstlichen Wetter-Panik nachgegeben und schwitzten im Tweedkostümchen mit den Herren im Wolljacket um die Wette.

Am schönsten war aber natürlich nicht die herrliche Atmosphäre des Rokokoschlosses, das traumhafte Wetter, oder das vorzügliche Essen - am schönsten war es, endlich wieder einmal einige Freunde zu sehen, und tatsächlich ausführlich zu sprechen, die ich teils seit mehreren Jahren nicht mehr getroffen hatte. Da sind schon einige, die ich viel zu selten sehe, weil die Distanz nach Den Haag oder Zürich viel zu weit ist - das aber wollen wir bald ändern. Hoffentlich klappt's!

Das Brautpaar aber lebe hoch, hoch, hoch! Dank u voor een prachtige partij, en alle beste wensen voor de rest van uw leven...

Donnerstag, 20. September 2007

Exkursion nach Freiburg. Hochzeit in Salzburg.

Heute waren wir mit den Oregonesen in Freiburg auf Exkursion. Immer wieder eine Freude.

Wenn man es erstmal geschafft hat, morgens um halb sieben aus dem Bett zu kriechen - eine Zeit, für die der Liebe Gott mich nachweislich nicht geschaffen hat - kann der Tag nur noch besser werden. Ein Blick aus dem Küchenfenster im fünften Stock des Wohnheims auf das verschlafene Tübingen, eingehüllt in frühmorgendliche Nebelschwaden, ist nicht geeignet, mich zum schnellen Verlassen des Hauses zu bewegen. Doch der Reisebus wird in 10 Minuten an der Bushaltestelle sein, um mich aufzulesen. Die Studies wurden schon vor ihrem Wohnheim eingesammelt.

Um halb acht sitzen endlich alle im Bus. In Pfäffingen hatten wir das Frühstück eingeladen und nun sind wir auf der Autobahn Richtung Titisee, erster Stop des Tages. Langsam bricht die Sonne durch. Es verspricht ein schöner Tag zu werden. Der Titisee ist - wie immer für unseren Frühstücksstop - noch menschenleer. Als Kaffee und Mohnstriezel verdrückt sind, verschwinden die Studies für eine halbe Stunde - je vier pro Tretboot - im Nebel über dem See. Sonne, der Schwarzwald, 20 Minuten Ruhe - herrlich!
In Freiburg selbst ist nicht allzuviel Programm: Mittagessen nach Wahl (Picknick mit frischen Köstlichkeiten vom Markt), dann wahlweise eine Brauereiführung und eine Führung durchs Münster. Einer meiner Klassiker, und mit einer interessierten kleinen Gruppe immer am schönsten, kann man doch beispielsweise die Grausamkeiten des Märtyrerfensters in aller Ruhe auskosten. Der Turm wird leider grad renoviert, so dass man keinen Blick auf die "Venus" erhaschen konnte. Die neue Vierung gefiel mir ganz gut: neues Mobiliar erregt in einer so alten Kirche immer Aufsehen und Widerstand, jedoch zeugt das gesamte Bauwerk von späteren An- und Umbauten. Wenn man es ganz genau nimmt, ist der Renaissance-Portikus am Seiteneingang ein viel größerer Stilbruch...

Mein liebstes Stück im Münster ist eines der ältesten: Auf einem Kapitell im Portal der Nikolauskapelle erfahren wir die Geschichte vom Wolf Isegrim, der in die Klosterschule geschickt wird, damit er lesen und schreiben lernen soll. (Man beachte die Inschrift "ABC" über seinem Kopf.) Der Wolf aber, trotz Mönchskutte, interessiert sich wenig für geistige oder intellektuelle Dinge, die ihm Bruder Lehrer beibringen möchte - vielmehr giert er nach fleischlichen Genüssen in Form eines zartbewollten Lämmchens. Bild zwei zeigt, wie er dem Drang erliegt - trotz des Apells an die Vernunft mittels "Vogelzeigen" des Mönches...

"Sprich mir nach: ABC! --Meister, mir ist nach Lämmern weh!"



Zum Abschluss gab's noch die obligatorische Weinprobe mit Flammkuchen beim Öko-Winzer. Heimfahrt. Ein schöner Tag!

Zumindest für mich - die armen Würmer müssen morgen noch einen Test schreiben.

Danach fahre ich über das Wochenende nach Salzburg, heiraten gucken. Zum Glück soll das Wetter einigermaßen gut werden - der dünne Sommerfetzen, den ich tragen will, ist für Nebel, Frost oder Regenwetter nicht geeignet! Es sieht aber vielversprechend aus.

Dieser Artikel ist ein Update zu: Gestern in Pfäffingen. Der Traum vom eigenen Garten.