Samstag, 30. Mai 2009

Küchenausbau. Aldi-Tapete.

Gestern war fast wie Geburtstag.
Im Nachbarhaus wird renoviert, und ich habe ein paar gebrauchte Küchenmöbel geschenkt bekommen. Genauer genommen, einen weißen Hochschrank ...
...und einen großen Unterschrank samt Arbeitsplatte, der aber sowas von genau zwischen Spüle und Herd passt - als hätte man es ausgemessen...
Okay, die Arbeitsplatte passt natürlich eigentlich nicht, hätte ich auch so nicht gekauft, aber: egal! Arbeitsplatte! Platz!!!

Ein bißchen schrubben, und nun sind meine Töpfe endlich gut untergebracht, und die letzten beiden Umzugskisten sind ausgeräumt...
...und weil die endgültige Position des Herdes jetzt feststeht, konnte der Meinige auch endlich das Gewürzregal anbringen. An genau der Stelle, die er schon vor einem halben Jahr vorgeschlagen hatte, der Gute.
Das heißt, nach nur sieben Monaten - bei einer Mietvertragsbefristung von eigentlich sechs Monaten - habe ich endlich wieder so etwas wie eine richtige, arbeitsfähige Küche. Hurra!

Die Spüle soll dann endlich auch noch zur Wand hin abgedichtet werden. Na, das warten wir mal ab... aber das Spritzwasser beim Spülen hatte doch schon begonnen, die unbeflieste Wand hinter der Spüle etwas anzusiffen. Fliesen lohnt sich nicht, aber ein Wachstuch oder so etwas könnte man ja schon hinmachen. Bei Ebay gibt es sogar ganz ansehnliche/günstige Meterware (z. B. hier) - mir hatten es diese Waldfrüchte irgendwie angetan.

Und dann habe ich beim Internet-Leerlesen diesen großartigen Blog entdeckt. Und darin diesen Artikel.
Und jetzt habe ich eine totschicke, abwaschbare Alditapete in meiner Küche. Bin sehr zufrieden damit. Danke!
Originell und abwaschbar

Und so geht's:
1. Plastiktüten zusammensuchen und sich für ein Motiv entscheiden. Die Mischung aus Penny, Edeka, Kaufland etc. war mir dann doch zu bunt. Die Tüten von Feinkost Albrecht hingegen - perfekt! Ein schönes Blau in einem grafischen Muster, und das Logo gerade auffällig genug, um witzig zu sein...
so nicht...

2. Bügelbrett am offenen Fenster platzieren. (Wichtig! Die Dämpfe sind eklig und höchstwahrscheinlich sehr ungesund.)

3. große Stücke Backpapier zurechtschneiden, Bügelbrett damit bedecken, Tüten auflegen, Backpapier drüber - und dann die Tüten mehrlagig "zusammenschweißen"(Bügeleisen auf Stufe zwei/Seide)
Wichtig: Fenster auf!

4. Zügig arbeiten, nicht zu lange, sonst schrumpft alles zu sehr ein. Ich habe eine zweilagige Folie geschweißt, aber natürlich geht's bei Bedarf auch dicker.

5. Ränder begradigen.

6. "Tapete" mit Heftzwecken an die Wand bringen. Steckdose freischneiden.
Fertig!

Ungeahnte Möglichkeiten tun sich nun auf - allein wenn ich mir vorstelle, wieviel Geld ich für meinen Duschvorhang ausgegeben habe...

Links:
http://stores.shop.ebay.de/Gallienchen68-Shop__W0QQ_armrsZ1
http://draussennurkaennchen.blogspot.com
http://draussennurkaennchen.blogspot.com/2008/02/aus-5-mach-1.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Aldi

Dieser Beitrag bezieht sich irgendwie auf Eingelagert. Sofakultur ...

Sonntag, 17. Mai 2009

Sängerkrieg. Vorbei.

Und Norwegen hat gewonnen.
Warum ist mir nicht ganz klar, ich fand das Jüngelchen jetzt nicht soooo super, dass ich mit einem solchen Erdrutsch-Sieg gerechnet hätte.



Andererseits: vielleicht hat ja der Herr Gesangsminister mit dem Direktor Wackelohr...?!? Bestechung hat beim Grand Prix ja System:
"1996 wurde beschlossen, dass die vier Mitglieder, die den größten Anteil des EBU-Etats tragen, für die Teilnahme gesetzt sind. [...] Seither sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie Spanien gesetzt."

So richtig fair klingt das nicht, auch wenn Deutschland dabei profitiert. Man könnte ja stattdessen auch einfach mal ein GUTES Lied an den Start schicken, statt sich auf eine Stripperin -Verzeihung: das heißt ja jetzt "Burlesque Dancer"... - zu verlassen - die sich dann nicht mal groß ausziehen darf, sondern nur ein bisschen lustlos mit einer Peitsche wedelt... was sollen denn die zuschauenden Kinder davon halten? Und warum sang ein Amerikaner für Deutschland? Und in diesen Hosen?!? Kein Wunder, dass Deutschland nur auf Platz 20 kam.

Bildquelle: Spiegel Online
Links:
http://eurovision.ndr.de/
http://www.youtube.com/watch?v=kfOuulTyj4o&feature=related
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_S%C3%A4ngerkrieg_der_Heidehasen
http://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest
http://www.alexswingsoscarsings.com/
http://de.wikipedia.org/wiki/Dita_Von_Teese
http://de.wikipedia.org/wiki/New_Burlesque
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,625313,00.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-39915-5.html#backToArticle=625313
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,625326,00.html

Mittwoch, 6. Mai 2009

Im Netzwerk des Internets.

Als Kind hatte ich eigentlich keine Freunde. Ich hatte Bücher.
Als Teenager hatte ich immerhin schon Brieffreunde.
Heute lese ich immer noch viel, aber es fällt mir nicht mehr schwer, auf Menschen zuzugehen. Ich lerne leicht Leute kennen, weiß eine Unzahl unverfänglicher Small-Talk and Deep-Talk-Themen zu bereden (habe schließlich viele Bücher gelesen seit meiner Kindheit!) und interessiere mich in ausreichendem Maße für alle drei wichtigen Gesprächsthemen (Ideen, Dinge, Menschen), um mit (fast) jedem irgendetwas bereden zu können. Das klappt nicht immer, aber oft. Und ich merke mir viele dieser Menschen sogar.
Man könnte sagen: Ich bin ein Netzwerker.

Dennoch - oder deshalb? - habe ich mich von Anfang an gegen internetbasierte Netzwerkverwaltungsprogramme gewehrt. Schließlich habe ich doch Freunde, oder? und ich halte doch den Kontakt, oder? und habe ich es wirklich nötig/wirklich Zeit und Muße, mein eigenes Profil mühsam zu kreiiren, ins Netz zu stellen und dann zu pflegen? Woher soll ich denn wissen, wer ich bin (und wenn ja, wieviele?)(haha: ein Bücherwurm- vergessen?)


Eine erste Einladung zum (damals noch) OpenBC aus dem Jahr 2001 - abgelehnt. Seit 2005 bin ich allerdings doch dabei, habe die Konvertierung zu XING mitgemacht, und mag es sehr. Alle aktualisieren brav ihre Kontaktdaten, meine Privatsphäre ist geschützt, und niemand belästigt mich mit Stupsern oder Gruscheln.



Apropos Gruscheln: Für SchülerVZ bin ich definitiv zu alt, und bereits als StudiVZ groß wurde, fühlte ich mich schon nicht mehr als Studentin - und was soll man da außer merkwürdig benamsten Gruppen beitreten? die eigenen KommilitonInnen trifft man doch immer noch am besten im Seminar/auf dem Campus/in der Mensa...
(Ihr merkt schon, ich war nicht auf einer dieser Massenuniversitäten!)

ASW hat mich eine Zeitlang interessiert, aber eigentlich nur wegen des exklusiven Charakters - seit ich drin bin (eingeladen 2006, glaube ich), finde ich es eigentlich nur undenkbar langweilig und öde. Ich bleibe nur Mitglied, weil die privaten Städtetipps etc so nett sind.

MySpace - dort hatte ich bis gestern ein ungenutztes Profil, das ich einmal mehr aus Versehen angelegt habe, weil ich glaubte, das sei notwendig, um die Blogs einiger Freunde zu lesen. Ist es aber nicht. Und die Freunde posten nicht (oder nicht sehr regelmäßig), und überhaupt ist mir das alles zu musiklastig.

Und dann ist da FACEBOOK: der König, der Marktführer, der Erfinder des Social Networkings. Geschwister, Verwandte, Freunde, Kollegen, und vor allem all die Leute aus Übersee, so hieß es, seien bereits dort. Kontakte zu halten, zu pflegen, beiläufig an ihrem Leben teilzuhaben: einfach wie nie! Andererseits: da waren auch all diese Panschereien mit dem Datenschutz, schlimme Geschichten über soziale Skandale, weil jemand sein Profil von single auf verlobt oder umgekehrt gestellt hat ... will man das?
Bisher wollte ich das nicht.
Dann kamen die Einladungen.
Nach der fünften Einladung von verschiedenen Personen innert einer Woche bin ich weich geworden. Gestern habe ich mich angemeldet. Und meine schlimmsten Befürchtungen wurden wahr: Hat doch diese Teufelsmaschine mein gesamtes Adressbuch angeschrieben und behauptet, ich hätte Fotos eingestellt, die ich teilen möchte - das wüsste ich aber! Soweit ich das verfolgen konnte, habe ich nur zugestimmt, dass die 17 Menschen, die ohnehin schon einen f-Account hatten, über meinen Beitritt informiert werden, sonst nischt. Wenn also der Fehler wahrscheinlich auch bei mir liegt, so ist die Teufelssoftware doch so angelegt, dass es einfacher ist, diesen Fehler zu machen als ihn zu vermeiden.

big brotheresque werbung im netz - abschreckend, oder?

Und das ist Absicht, unterstelle ich mal, denn fünf Minuten nach der letzten Einladung durch D. (und drei Minuten nach meinem Beitritt) wurde ich von D. selbst darüber informiert, dass ihre Einladung an mich ebenfalls "aus Versehen" zustande gekommen sei. Wahrscheinlich liegt nur hierin der große Erfolg des Unternehmens: manipulative Buttons, durch deren versehentliches Anklicken hunderte hilfloser Menschen angespämmt werden, die dann aus reiner Dankbarkeit, das jemand mit ihnen in aller Öffentlichkeit befreundet sein möchte, mitspielen. Wenn nur 10% mitmachen, ist das Prinzip erfolgreich.
Und das mieseste ist: Wenn man auf diese Weise erst einmal eingesogen wurde, sind wirklich schon alle da. Und man kann wieder nach Japan oder USA winken, als sei es um die Ecke. Und dann bleibt man eben auch da.
Erstmal.

Links:
http://www.gutefrage.net/frage/gruscheln-was-ist-gruscheln-auf-studivz-net-kann-man-personen-gruscheln
http://www.endlosrekursion.de/114/die-witzigsten-gruppennamen-im-studivz-2/
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Telekommunikation-Internet-Datenschutz-Facebook;art1117,2732836

Samstag, 18. April 2009

Sexismus ist Nicht Artgerecht, Herr Cicero!

Als mein Bruder vor ein paar Jahren unserer Mutter eine Roger Cicero Platte schenkte, fanden wir's alle gut - das swingt, die Texte sind witzig - es muss ja nicht immer Frank Sinatra sein.
Oder Robbie Williams.
Umso größer die Enttäuschung bei der neuen Single (Text hier).
Zu dem dämlichen Anzug will ich nichts sagen, der passt zum ebenso dämlichen wie völlig unmotivierten Hahn (soll das eine Anspielung auf Grönemeyer's Kult-CD "Live" sein?).
Aber wieso er als Mann ein dermaßen sexistisches Männerbild hat, das ist mir unbegreiflich.


Auf die Gefahr hin als Spaßbremse zu gelten, die den *Witz* und die *Ironie* nicht verstanden hat: Ich kenne viele Männer, die Vegetarier sind oder zumindest gerne mal was Grünes essen, freiwillig von Roadster auf "Kombi" umsteigen und durchaus auch mal ohne Sportschau, Chips und Cola auskommen. Die meisten von ihnen waschen sich regelmäßig. Oft treffen sogar mehrere dieser Kennzeichen zu!
Und wieso MUSS ein Mann anderen Frauen hinterherstarren? Wird hier noch die These vom animalisch-getriebenen Mann vertreten, dessen Verstand sich gegen das Testosteron nicht durchsetzen kann? (Und waren es nicht jahrhundertelang eigentlich die Frauen, die angeblich keinen Verstand besäßen sondern nur aus Gefühlen und Hormonen bestehen?)
Wieso ist denn die Unterstellung, die Vermeidung von Gemüse, Vatergefühlen, oder Duschen sei irgendwie "männlich" - und alles andere nicht - eigentlich witzig? Irgendwie habe ich das Gefühl, grade Herr Cicero - angeblich selbst ein Mann, sogar Vater - müsste das besser wissen.

Herr Cicero begründet das Liedchen in der WELT so:

"In dem ersten Song "Nicht artgerecht" wird humorvoll das Leben eines Mannes beschrieben, der eigentlich gern ein "Ur-Macho" wäre, aber von seiner Freundin und deren Mutter unter widrigsten Bedingungen kurz gehalten wird."
ergänzt dann aber aus seinem eigenen Leben:

"Solange beide Rücksicht nehmen auf lebenswichtige Grundkriterien, kann eigentlich nicht viel schief gehen. Wobei jeder Mann natürlich anders ist. Meine Freundin dürfte mir ruhig Sportschaugucken verbieten, weil ich das ohnehin nicht tu. Bei mir würde es haarig werden, wenn ich nicht mehr so viel Musik machen dürfte wie ich will oder nicht so oft zum Poweryoga gehen dürfte."

Poweryoga?!? Mann, steh' dazu!

Ein bisschen traurig ist das schon, dass eine ganze Generation radiohörender Männer sich so leicht zurückblasen lässt in die Steinzeit der Geschlechterklischees, ohne sich zu wehren. (Verweis auf die Kommentare bei youtube) Und nur, um nicht als Spaßbremse zu gelten...


Links:

http://www.youtube.com/watch?v=ZrDSGnPGjMI

http://lyricwiki.org/Roger_Cicero:Nicht_Artgerecht

http://www.welt.de/wams_print/article3463882/Auch-Maenner-brauchen-artgerechte-Haltung.html